Seit einiger Zeit bilde ich mir nun ein, die Grundzüge des Farbmanagements verstanden zu haben und erfolgreich auf meinem System anzuwenden. Wenn man erst einmal den Basisfarbraum und den Nutzen der Profile verstanden hat, geht es ja auch ganz gut von der Hand. Klar, Software, die Profile in Bilddateien unterstützt und die Bilder entsprechend anzeigt sind von Nöten. Aber was ich in der c’t 09/2009 lese verwirrt mich doch.

Für diejenigen unter Euch, die das Magazin nicht haben, hier der Web-Link zum Artikel:

http://www.heise.de/ct/Windows-Farbmanagement-im-Griff–/artikel/135881

Dort wird sinngemäß behauptet, dass es nur die halbe Miete sei, wenn eine Software das Interpretieren von Farbprofilen in Bilddaten beherrscht. Die andere Hälfte sei, dass auch das Umrechnen in das Monitorprofil beherrscht werden müsse.

Zitat:
„Diese Anforderungen müssen die Anwendungen erfüllen: Farbprofile überhaupt auswerten, sie korrekt in den Monitorfarbraum transformieren und profillose Fotos als sRGB interpretieren. Schon das Auslesen der Profile beherrschen nur wenige Programme, das korrekte Umrechnen kaum eines. Das ist zwar insofern kein Wunder, weil viele Entwickler auf normalen Monitoren das Problem im wahrsten Sinn des Wortes gar nicht sehen, aber für den Anwender fällt die Auswahl an guter Software erschreckend klein aus.“

oder auch sehr interessant:

„Microsofts normale Bild- und Faxanzeige unter XP, Vista und den Vorabversionen von Windows 7 arbeitet hingegen nahezu perfekt und zeigt sogar beim Verschieben des Fensters zwischen zwei Monitoren die Farben auf jedem Display korrekt an. Bei der Diashow leistet sie sich aber einen blöden Patzer und vergisst die Umrechnung aufs Monitorprofil.“

Wenn mich meine Erinnerung und mein Verständnis nicht trügen, dann ist doch die Umrechnung ins Monitorprofil nicht Aufgabe der jeweiligen Software, sondern von Windows selbst. Die Software liest Profile aus Bilddaten, interpretiert sie und stellt die Farben entsprechend in das richtige Verhältnis zum Basisfarbraum. Die Interpretation der dadurch festgelegten Farben im Basisfarbraum für die Monitorausgabe wiederum erledigt aber doch das Monitor- oder Kalibrierungsprofil, das unter der Farbverwaltung von Windows eingerichtet wird. Somit wird die zweite Aufgabe, welche die Autoren der Software zuweisen doch eigentlich von Windows erledigt.

Überprüfe ich das zweite Zitat auf meinem voll hardware-kalibrierten System mit entsprechendem eingerichteten Monitorprofil unter Windows, so sehe ich mein Verständnis voll bestätigt, denn die Diashow der Standard-Vorschau von Windows XP zeigt das allseits bekannte Testbild

http://www.fotocommunity.de/pc/pc/display/4763821

bei mir völlig richtig an.

Auf der ersten zitierten Behauptung beruht in der Folge die gesamte Beurteilung aller Softwares in diesem c’t Artikel.

Wer von den Farbmangement-Expterten, der bis hierher durchgehalten hat kann mir helfen, den Artikel zu verstehen und mir damit vielleicht das nächste Licht in punkto Farbmanagement aufgehen lassen?

Aus meiner Sicht ist dieser Artikel schlichtweg falsch.

Dem Hering einen Kommentar hinschmettern.