Der Weg zur A.O.S. Studio 80 TL GL — Teil 2
Mai 2nd, 2008
Als interessante Kandidaten kamen einige Modelle in die Auswahl, die dann aber mehr oder weniger schnell wieder ‘raus fielen:
Übrig blieben:
- A.O.S. Studio 100 TL
- A.O.S. Studio 15 (mit aktivem Subwoofer)
- Visatons Topas
- Timmis Cumulus
(Thiel-Coinzidenz)-Horn und verschiedene andere kleine Projekte- Timmis Faktum
Nun gut – aus der Liste und der Auswahl sieht der geneigte Leser sicher schnell, dass ich eine gewisse Vorliebe für Projekte von Bernd Timmermanns, Scan Speak und Selbstbau habe. Daher ergab sich in den letzten drei Jahren eine mehr oder weniger konsistente Korrespondenz mit Axel Oberhage in Starnberg (= A.O.S.).
Kommen wir nun zur Entscheidung für oder gegen eines der Produkte (oder: Warum steht die Studio 80 TL gar nicht in der Liste?).
Wenn man sich irgendwann für eine Auswahl von Lautsprechern “entschieden” hat, beginnt man, sich durch die verschiedenen Modelle hindurchzuhören. Aus der Liste sind dadurch direkt das Cumulus-Horn und die Topas herausgefallen, da sich mir keine Gelegenheit bot, diese Kisten anzuhören – schade, aber kein Problem, da sich eine gewisse Einstufung durch das regelmäßige Lesen einer einschlägigen Selbstbauzeitschrift ergab. Dort wurde eine “Faktum” auf das Niveau jener Referenzen gestellt, die vorher als deutlich besser als die bisherige Referenz (Cumulus-Horn) eingestuft wurden.
Hören konnte ich dann die 100 TL mit Ringradiator, den Vorgänger mit Metallkalotte und Ovalbass, die Studio 12 mit beiden Hochtönern (welche im Prinzip die gleiche Technik wie die Studio 15 nutzt)
Aus den Hörsitzungen kam die Studio 100 als Favorit – für mich nicht mit dem Ringradiator, der zwar sicher die “high-endig bessere”, aber meines Erachtens auch die “gefährlichere” Lösung ist: Der Ringradiator ist gnadenloser in Bezug auf Fehler in der vorgeschalteten Technik.
Leider ist die Studio 100 so groß, dass ihr der notwendige WAF fehlte. Eine Diskussion mit Axel Oberhage hierzu ergab eine neue Variante: Ein etwas kleinerer Bass und dadurch eine etwas schmalere Front, Einsatz der nagelneuen Fast-Referenz-Gewebekalotte (4) (mit sagenhaften Messwerten) als entspannte Alternative zum Ringradiator. Dazu die Aussage, dass die Studio 80 als Transmissionline gerade auch in kleineren Räumen und mit Holzböden perfekt funktioniert (Eine Erfahrung aus erster Hand, da diese Kombi im Oberhage’schen Wohnzimmer ebenfalls unter ähnlichen Bedingungen ihren Dienst tut.). Die Entscheidung war gefällt. Das Projekt wurde gestartet.
Das ruhige Gewissen kommt dann durch die Aussagen zur Faktum (5), die Modifikation des Mitteltöners und die Überzeugung, dass Axel Oberhage mit großer Wahrscheinlichkeitnicht taub ist.
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Fußnoten:
(4)
“…wir haben uns schon vor Jahren von den Scan Speak Kalotten 9700 und 9900 zurückgezogen, weil sie uns zu aggressiv waren. Den neuen D3004/6600 kann man total entspannt hören, er spielt so unauffällig wie der Ringradiator. Vielleicht einen Tick weniger Präzision, aber sehr nahe am Ideal.” Zitat von der A:O:S: -Homepage Stand 15.04.2008
(5)
“Die Chassis der “FAKTUM” waren gut gewählt. Alles Sahnestücke von Scan Speak: der 22 W 8851 einer der schnellsten Tieftöner der High-End Klasse. Im Hochtonbereich ist der Ringradiator nach wie vor eine Ausnahmeerscheinung. Der Mitteltöner 15M4531K ist allerdings für passive Weichen ein schwieriger Kandidat. Nach der Papierform könnte es der perfekte Mitteltöner sein, aber messtechnisch gibt es mit passiven Weichen Probleme, die nur mit Korrekturgliedern zu lösen sind. Insofern hat die Hobby-HiFi die Beschaltung der Weiche perfekt berechnet. Der Computer bügelt alle “Probleme” weg, kann allerdings schlecht hören. Wir machen das anders: anstatt zu “bügeln”, haben wir einfach mal den Tief-, Mitteltöner der Studio 12/24 probiert und analog gemessen. Analog ist etwas antiquiert, entspricht aber noch dem menschlichen Gehör. Mit Analogmessungen überprüfen wir, ob die Flanken im Übernahmebereich stimmen, die Pegel richtig justiert sind und ob es irgendwo grobe Abweichungen vom linearen Frequenzgang gibt. Wenn das alles stimmt, kommen die Hörsitzung. Die dauern etwas länger. Da werden einzelne Bauteile getauscht und ausprobiert, dort wo Modifikationen klanglich relevant sein können. Es gibt grundsätzlich keine Weiche, die, weil generell in allen Positionen mit teuren Bauteilen bestückt, unsere High-End Version ist und daneben eine Preis-Leistungsweiche für Kunden aus Baden Württemberg. Varianten dürfen schon sein, dort wo es Sinn macht.” Zitat von der A.O.S:-Homepage Stand 15.04.2008

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