Jan schreibt derzeit in seinem Technik-Blog über seine ersten Versuche mit der YuKoN-Methode von Jörg Weisner. Diese Methode soll über so genannte “Positive Gewohnheiten” dazu verhelfen, negative Gewohnheiten zu verlieren und Herausforderungen des beruflichen wie privaten Alltags besser zu meistern. Jörg Weisner baut seine Theorie (laut Zusammenfassung von Jan) auf der Aussage auf, dass Selbstdisziplin nicht existiere und man daher mit Gewohnheiten arbeiten müsse. Diese bedürfen einer 21Tage andauernden Gewöhnungsphase, bis sie in Fleisch und Blut übergegangen sind.

Allerdings frage ich mich, ob hier nicht zwei Dinge miteinander verwechselt werden. Negative Gewohnheiten schleifen sich ein und beruhen meistens auf dem Bequemlichkeitsprinzip. Zu nennen wären hier so Dinge wie “Nicht-sofort-nach-dem-Essen-abspülen”, “Fahrrad-nicht-in-den-trockenen-Keller-bringen” oder eben (aus eher beruflicher Sicht und wie in Jans erster “Challenge”) “E-Mails-nicht-sofort-bearbeiten-und-wegsortieren”. Positive Gewohnheiten müssen aber mit Kraft und Durchhaltevermögen antrainiert werden. Der geneigte Leser bemerkt schon, welches Wort ich hier zu vermeiden versucht habe: Dieses Training erfordert Selbstdisziplin.

Nun habe ich das Buch noch nicht gelesen und äußere hier nur einen ersten Zweifel. Finde das Thema aber so spannend (und es wäre nicht so als hätte ich nicht auch hier und da Bedarf an einer solchen Methode), dass ich mir das Buch bestellt habe und damit hoffentlich nicht nur zum Erfolg des Autors beitrage.

7 Antworten zu “YuKoN Methode — Katze beißt Schwanz?”

  1. Jan Theofel Says:

    Schön zu lesen, dass ich dich zum Lesen und hoffentlich Umsetzen des Buchs inspirieren konnte.

    Was die Selbstdisziplin angeht schreibt Jörg, dass sie meistens nicht funktioniert. Das Band betrachte ich dabei nicht als Selbstdisziplin sondern eher als eine sportliche Herausforderung: Gewinne heute ich oder nicht? Da du es immer am Handgelenk trägst, erinnert es dich automatisch an dein gutes Vorhaben. Das empfinde ich als positive Kraft und weniger als Hemmung.

    Wichtig ist, dass man täglich die Vorhaben prüft. Das anzugewöhnen ist aber leicht. Ich lege das Band einfach zu meinem Geldbeutel. Da vergisst man es nicht.

  2. Der Hering Says:

    Hallo Jan,
    danke Dir für Deinen Kommentar. Genau in der Aussage, dass es die Selbstdisziplin nicht gäbe sehe ich ja den Widerspruch. Denn 21 Tage eine Gewohnheit konsequent durchzuhalten erfordert genau diese Selbstdisziplin.

    Du schreibst Du empfindest es als sportliche Herausforderung. Das ist die Emotion, die bei Dir geweckt wird, ok. Aber die Tugend, die Du benötigst um diese Herausforderung erfolgreich zu meistern ist und bleibt die Disziplin. Deswegen sehe ich das bei oberflächlicher Betrachtung (da ich das Buch noch nicht gelesen habe) als Widerspruch an.

    Grüße
    Der Hering.

  3. Jörg Schumacher Says:

    Witzig, ich habe jan die gleichen Bedenken getwittert ;-)

  4. Jan Theofel Says:

    Natürlich habt ihr damit schon auch Recht. Ganz ohne Disziplin geht es natürlich nicht.

    Allerdings sollte man es auch so betrachten: Man benötigt “nur” die Selbstdisziplin, für sein Band jeden Tag zu arbeiten. Der Rest, also alles, was man sich so antrainiert, wird Gewohnheit. Das benötigt also keine Selbstdisziplin.

    Und auch das Arbeiten für neue Tageselemente wird schnell zu einer eigenen Gewohnheit, so dass auch nach der ersten Challenge dieser Bereich leicht fallen sollte.

    Übrigens habe ich den Eindruck, dass die YuKoN-Methode generell einen Schalter im Kopf umlegt. Zumindest habe ich den Eindruck, dass ich auch andere Bereich, die ich lange vernachlässigt habe, plötzlich mit neuer Energie angehe. Und das obwohl sie (beispielsweise das Reparieren eines Wasserhahns) ganz sicher nichts mit der E-Mail-Challenge zu tun haben.

  5. Joerg Weisner Says:

    Ich bin gerade ueber Jans tweet hier gelandet. Jetzt vom iphone ist es etwas muehsam, melde mich morgen Abend noch mal ausfuehrlich, dann habe ich wieder Zeit und mein MBP.

  6. Der Hering Says:

    Hallo Jörg,
    danke für Deine Nachricht. Freue mich, dass Du Dich selbst in die Diskussion einklinkst. Bis Morgen.

    Der Hering.

  7. Jörg Weisner Says:

    so, da bin ich wieder. Gestern Abend hat leider der Wifi-Zugang hier im Hotel nicht funktioniert.

    Du schreibst: “Negative Gewohnheiten schleifen sich ein und beruhen meistens auf dem Bequemlichkeitsprinzip.”

    Dem kann ich aus meiner Erfahrung nur zustimmen.

    Erstaunlicherweise aber meinst Du bei positiven Gewohnheiten:
    “Positive Gewohnheiten müssen aber mit Kraft und Durchhaltevermögen antrainiert werden.”
    Ob wir das nun Kraft und Durchhaltevermögen oder Selbstdisziplin nennen, darauf kommt es nicht an.
    Aber warum meinst Du, dass wir nicht auch positive Gewohnheiten genauso aufbauen können, wie negative?

    Ich habe bei meinen Experimenten mit der YuKoN Methode festgestellt, dass auch diese positiven Gewohnheiten sich nach und nach aufbauen. Und genauso leicht wie negative Gewohnheiten.

    Ich glaube sogar, dass es letzten Endes für das Prinzip egal ist, was für Gewohnheiten wir aufbauen. Ob wir sie dann als positiv oder negativ bewerten ist ja ein ganz andere Frage.

    Was die Selbstdisizplin angeht, so glaube ich, dass diese eben vorwiegend über das Bewusstsein läuft. Und wenn Du mal herumfragst, die allermeisten wünschen sich mehr von der Selbstdisziplin.

    Mit der Möglichkeit, sich jeden Tag die kleinen Erfolgschritte (oder auch Mißerfolgsschritte) bewusst zu machen, können wir uns den Aufbau neuer Gewohnheiten erleichtern. Genau dafür hat sich bei mir die Verwendung der YuKoN Elemente gut bewährt.

    Ich bin gespannt auf Dein Feedback, wenn Du das Buch gelesen hast.

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