MG 5639

Der arme Gunnar*. Mein Freund und Trauzeuge klopfte diese Woche virtuell bei mir an und berichtete mir verzweifelt von Tönen, die aus seinem PC kommen und überhaupt ganz komischen Verhaltensweisen, die sein Tor zur Welt an den Tag legen würde.

Vor Jahren mit der Informationstechnologie auf Kriegsfuß, entschied er sich nach vehementer Fürsprache von meiner Seite zum Schritt ins Internet. Längst hat er den Weg zurück aus den Fängen des Cyberspace vergessen, studiert Wetterberichte nur noch online, kämpft mit Menschen, die er im “Real Life” wahrscheinlich nie getroffen hätte in Online-Games als ginge es um sein eigen Hab und Gut und verständigt sich mit seiner Umwelt immer öfter über seinen Instant Messenger.

Mit dem (in seinem Fall ICQ) hat er auch bei mir angeklopft und genau der ist es auch, der für das komische Verhalten und die plötzliche (wenn auch nur zweitönige) Musikalität seines PC verantwortlich ist. Gunnar hat sich den ICQ-Virus eingefangen. Naja, nicht den, aber einen von denen. Sind ja schließlich inzwischen mehr als nur einer. Eine ganze Armada von Viren macht sich über den Instant Messenger auf den Weg auf unbescholtene PCs.

Angedeutet hatte sich das Desaster bereits während der vergangenen Wochen, in denen ich immer mal Nachrichten über ICQ bekam – vermeintlich von Gunnar. Dort wurde ich jedoch in schlechtem Englisch penetrant auf irgendwelche Internetseiten eingeladen, um mir die neuste und beste ICQ-Technologie anzusehen und überhaupt um meine Neugierde, die man meinte geweckt zu haben, zu befriedigen.

Doch richtig erwischt hat es mich nicht. Im Vergleich zu Gunnars Zweitonmusik aus dem PC-Lautsprecher bin ich mit ein paar nervenden Nachrichten gut weggekommen. Und es kommt schlimmer. Egal, wo man über den Trojaner, der sich über ICQ eingeschlichen hat, liest, alle empfehlen die Radikalmethode: Formatieren, neu aufsetzen, möglichst wenige Dateien vom System weiterverwenden und wenn dann nur nach einer ausführlichen Virenprüfung.

Tja, und jetzt kommt der Punkt, an dem meine euphorische Missionarstätigkeit zum Bumerang wird: In den nächsten Tagen kommt der PC in “Herings PC Krankenhaus” – direkt per Post.

*Namen wurden von der Redaktion aus rechtlichen Gründen original belassen.

Eine Antwort zu “Virus per ICQ – Die dunkle Seite der Macht”

  1. Jörg Schumacher Says:

    So ist das, man hat ja sonst nichts zu tun :-) Mir geht es ähnlich, komischerweise immer in Verbindung mit verlorenen Daten. Standardantwort: Wo keine Datensicherung gamacht wird, gehen Daten verloren – wer weiß, wozu es gut ist. Ich habe letztens versehentlich eine ganze Platte überschrieben, von der ich kaum mehr wußte, was drauf war :-)

Dem Hering einen Kommentar hinschmettern.